Kanalnetz
Das im Entsorgungsgebiet anfallende Abwasser wird über ein Trennsystem gesammelt und abgeleitet. Das Schmutzwasser gelangt zur Kläranlage, das Regenwasser wird in Gräben oder den Ryck abgeleitet.
Das zu unterhaltende Kanalnetz hat eine Länge von 325 km. Davon fallen 140 km auf Schmutzwasserleitungen und 132 km auf Regenwasserleitungen. 53 km sind Druckleitungen. Die Rohrdurchmesser reichen von 150 mm bis 1000mm. Weiterhin werden 16 Regenrückhaltebecken betrieben.
Der Anschlussgrad an das Schmutzwassernetz beträgt 99,9%.
Zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit ist eine kontinuierliche Reinigung der Abwasserkanäle, der Regenrückhaltebecken und Sandfänge erforderlich. Sandfänge befinden sich vor den Regenausläufen in den Ryck oder den Gräben und sollen das Regenwasser von Sand und gröberen Schmutzstoffen befreien. Im Jahr 2010 wurden 35 km Kanalnetz gereinigt und 14 km mit der Kamera befahren und auf Schäden untersucht.
Neben der Reinigung und Wartung des Kanalnetzes ist eine regelmäßige Überwachung des Zustandes der Kanäle erforderlich. Somit können Korrosion, Rohrschäden, Grundwassereintritt, Abwasseraustritt, Wurzeleinwüchse und Betonablagerungen erkannt und beseitigt werden.
Bei der Behebung von Rohrschäden ist zwischen der offenen Bauweise und der geschlossenen Bauweise zu unterscheiden. Bei der offenen Bauweise wird ein neues Rohr in einem offenen Graben verlegt. Die geschlossene Bauweise ermöglicht punktuelle Schäden aber auch Leitungsabschnitte zu erneuern/sanieren, ohne größere Erdbauarbeiten vornehmen zu müssen. Dadurch können Maßnahmen in geschlossener Bauweise ohne weitere Behinderung des Straßenverkehrs und der Anwohner schneller und kostengünstiger durchgeführt werden. So können im Altrohr defekte Stellen oder ganze Abschnitte mit einem Stück Neurohr von innen quasi „beklebt“ werden. Es wird dabei vom Linerverfahren gesprochen.
Ebenso können alte defekte Hausanschlüsse mit erneuert werden